German Version of Brand Me Artsy translated by Artist Ulli Schmeling (Newsletter for November 11, 2013)

Künstler lieben den Gedanken, künstlerisch zu sein bedeute, sie könnten was auch immer für eine Kunst schaffen, die Sammler müssten sie nur kaufen. Weil sie kreativ sind, lieben sie es, unterschiedliche Medien und Techniken auszuprobieren, ohne daran zu denken, wie es ihr Œuvre beeinflusst. Künstler erschaffen in der einen Woche eine Skulptur, dann ein digitales Kunstwerk, als nächstes dann gefolgt von einer Recycling-Installation. Das Problem mit dem Springen von einer Kunstrichtung zur nächsten besteht darin, dass Kunstkäufer eventuell nur Skulpturen mögen, oder digitale Kunst und dem Künstler so nicht auf seiner „yellow brick road“-Linie folgen können. Sie werden sich abwenden und einen Künstler finden, der einer geraden Erfolgslinie folgt.

Genau wie das Business Produkte erzeugt, kann der Künstler von einer Kunstrichtung zur nächsten springen, aber er sollte diese Werke unterschiedlich kennzeichnen, so dass sie im Label-Prozess der Kunstrichtung folgen und nicht dem Künstler.

Beispielhaft hierfür ist eine lokale Künstlerin, die Körperabdrücke kreiert, in welchen sie selbst Gegenstand des Kunstwerkes wird. Ihre Selbstportraits fokussieren auf ihre Emotionen in dem Moment, in welchem sie Kunst produziert. Ihre Kunst hat einen sehr persönlichen Stil und ihr Werk fühlte sich kohäsiv an, bis sie vor einigen Wochen ein Bild einsandte, in welchem ihre Gemälde ein bildhauerisches Element einschloss, welches das Kunstwerk über den persönlichen Ausdruck hinaus in erotische Kunst wechseln ließ.

Als ich mit der Künstlerin über das Kunstwerk sprach, erklärte sie, sie hätte Bondage-Knoten erlernt und wollte diese trainieren und dachte, ihre Kunst wäre ein gutes Übungsobjekt. Es war nicht ihre Absicht, etwas Erotisches zu erschaffen, aber ihre Intention und das Resultat waren zwei unterschiedliche Dinge.

Ich erklärte der Künstlerin, dass sie, wenn sie einmal als experimentelle Künstlerin klassifiziert werden würde, sich schwer täte, dies zu verändern. Sie solle ernsthaft darüber nachdenken, was sie mit ihren Bondage Gemälden beabsichtige. Sollte es ihre Leidenschaft sein, würde ich es gutheißen, sie würde diesen Weg weitergehen, wenn dies aber nicht ihr Hauptfokus wäre, könnte es ihre Auftragsarbeit beeinträchtigen, oder den Fokus ihrer Auftragsarbeit auf Fetisch-Kunden verändern, was sich ziemlich anders gestalten würde, als das, was sie derzeit macht.

Nach einigem Überlegen, entschloss sich die Künstlerin, einen neuen Kunstnamen anzunehmen, den sie mit ihren Bondage-Gemälden verwendet. Somit würde diese weder gezeigt noch in ihrem anderen Werk inkludiert. Diese Technik wird sehr erfolgreich im Verlagswesen verwendet, wo Nischen-Verleger Bücher außerhalb eines Markennamens unter einem Pseudonym veröffentlichen, um diese nicht mit ihrer Marke zu vermengen.

Wenn beide Markennamen sich günstig entwickeln, hat der Künstler zwei Einnahmequellen und je einen Kundenstamm, der versteht, was der Künstler erschafft. Wenn eine Marke „versandet“ oder den Künstler langweilt, muss er sich nicht sorgen, dass die andere Marke davon betroffen ist. Selbstverständlich bedeuten 2 Marken ein wenig mehr Arbeit, aber haben einen Sinn, wenn sich die eigene Kunst in zwei verschiedene Richtungen bewegt.

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